30 Jahre Kanarenroute – aber kein Grund zum Feiern. Die Kanarenroute ist seit 30 Jahren die gefährlichste Migrationsroute nach Europa. Tausende Menschen haben ihr Leben auf dem Weg verloren.
30 Jahre Kanarenroute: kein Grund zum Feiern – 30 Jahre tödliche Überfahrten
Der Beginn der Kanarenroute (1994)
Am 28. August 1994 eröffneten zwei junge Saharauis unwissentlich die Kanarenroute, als sie mit einem Fischerboot auf Fuerteventura landeten. Vom Licht des Leuchtturms von La Entallada geleitet, gelangten sie zum dem afrikanischen Kontinent nächstgelegenen Punkt der Kanarischen Inseln. In den folgenden 30 Jahren versuchten fast 230.000 Menschen, diese gefährliche Seeroute nach Europa zu nutzen, die sich zu einer der tödlichsten der Welt entwickelt hat. Die hohe Sterblichkeitsrate entlang dieser Route wird von den Vereinten Nationen immer wieder betont. Es wird geschätzt, dass Tausende Menschen ihr Leben auf der Reise verloren haben.
Das erste Schiffsunglück (1999)
Die Cayuco-Krise (2005-2006)
Die Tragödie von Los Cocoteros (2009)
Die Rückkehr der Kanarenroute (2020)
Nach einem Jahrzehnt mit geringeren Ankunftszahlen auf den Kanaren, begann sich die Route im Jahr 2020 wieder zu beleben. Die COVID-19-Pandemie und die damit verbundenen wirtschaftlichen Herausforderungen führten dazu, dass immer mehr Menschen diese gefährliche Reise antraten. Die Infrastruktur zur Aufnahme der Migranten war jedoch nicht ausreichend vorbereitet. Im Herbst 2020 sorgten Bilder von über 2.500 Menschen, die tagelang auf dem Beton des Docks von Arguineguín schliefen, für Entsetzen. Diese Situation verdeutlichte die Herausforderungen, denen sich die Kanarischen Inseln und Spanien gegenübersehen.
Die Rückkehr der Cayucos (2023)
Herausforderung durch minderjährige Migranten (2024)
Die Ankunft von Tausenden minderjährigen Migranten stellt die Kanarischen Inseln vor eine weitere große Herausforderung. Das Netzwerk zur Betreuung dieser jungen Menschen ist völlig überfordert. Während 1999 die Aufnahme von 150 Minderjährigen schon als Problem angesehen wurde, sind es nun fast 6.000 Kinder und Jugendliche, die betreut werden müssen. Die Kanaren fordern daher erneut Unterstützung vom spanischen Staat und anderen Regionen des Landes, um die Lasten zu verteilen. Die Situation erinnert an die Herausforderung, der sich auch andere Länder wie die USA gegenübersehen, und zeigt die globalen Dimensionen dieses Problems auf.
weiterführende Links: Migrationskrise ARD , UN-Bericht zur Kanarenroute