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Lohngefälle auf den Kanaren stark reduziert

Das Lohngefälle auf den Kanaren hat sich in den letzten Jahren erheblich verringert. Jéssica de León, Regierungsrätin für Tourismus- und Beschäftigung der kanarischen Regierung, hebt die Reduzierung der Lohnungleichheit und neue Maßnahmen für Frauenbeschäftigung hervor. Diese Entwicklungen sind ein bedeutender Schritt in Richtung Gleichstellung und zeigen, dass die kanarischen Inseln in Bezug auf die Erwerbs- und Beschäftigungsrate für Frauen besser dastehen als der nationale Durchschnitt. Dennoch bleibt die Herausforderung bestehen, die Erwerbsquote von Frauen weiter zu erhöhen und die Arbeitslosigkeit zu senken.

Konkrete Maßnahmen für Gleichstellung

Große Fortschritte im Lohngefälle

Jéssica de León, die Regierungsrätin für Tourismus und Beschäftigung der kanarischen Regierung, betonte in ihrer Rede vor dem Parlament, dass die Lohnungleichheit auf den Kanaren in den letzten zehn Jahren von ursprünglich 14,8% auf 4,7% im Jahr 2025 gesunken ist. Diese Entwicklung stellt einen der niedrigsten Werte im gesamten Land dar. De León hob hervor, dass die kanarischen Inseln in puncto Erwerbs- und Beschäftigungsrate für Frauen besser dastehen als der nationale Durchschnitt. Dennoch unterstrich sie, dass diese positive Entwicklung nicht zur Selbstzufriedenheit führen dürfe. Es sei weiterhin wichtig, die Erwerbsquote von Frauen zu erhöhen, die Arbeitslosigkeit bei Frauen zu senken, unbefristete und vollzeitige Anstellungen zu fördern und die Gehaltslücke weiter zu schließen.

Frauenbeschäftigung im Aufschwung

Frauenbeschäftigung im AufschwungDer Bericht ‚Frauen auf dem Arbeitsmarkt in Canarias‘, der vom kanarischen Arbeitsobservatorium (Obecan) veröffentlicht wurde, zeigt eine steigende Beteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt. Jéssica de León erläuterte, dass die Anzahl der arbeitsfähigen Frauen bis 2025 auf über 1.010.100 gestiegen ist. Weiterhin gab es einen Zuwachs von 24.700 aktiven Frauen in 2025, was auf eine kontinuierliche positive Tendenz seit 2008 hinweist. Doch trotz der Erfolge bestehen strukturelle Ungleichheiten, so dass Frauen immer noch 55,9% der inaktiven Bevölkerung ausmachen. Die Erwerbsquote der Frauen liegt bei 56,74%, etwa acht Prozentpunkte unter der der Männer. De León führte die Gründe für die Inaktivität häufig auf hauswirtschaftliche Verpflichtungen, Ruhestand oder Studien zurück.

Bestehende Unterschiede auf dem Arbeitsmarkt

Die Arbeitslosigkeit bei Frauen ist mit 14,25% nach wie vor höher als bei Männern mit 11,15%. Dennoch fiel die Arbeitslosenquote der Frauen laut der jüngsten kanarischen Arbeitsmarktumfrage auf 12,58%, was den zweitbesten historischen Wert darstellt. Trotz eines Anstiegs der weiblichen Beschäftigung in den Kanaren – derzeit sind 489.100 Frauen beschäftigt – sind 65.400 mehr Männer als Frauen erwerbstätig. Frauen sind überproportional in Teilzeit- und befristeten Arbeitsverhältnissen vertreten. So machen sie 64,73% aller Teilzeitverträge und über 55% der befristeten Anstellungen aus. In Branchen wie dem öffentlichen Dienst, Bildung und Gesundheitswesen ist der Frauenanteil hoch, während Bauwesen und Bergbau weiterhin männlich dominiert sind.

Konkrete Maßnahmen für Gleichstellung

Jéssica de León stellte auch neue Initiativen zur Förderung der Gleichstellung vor. Dazu gehört die im Jahr 2026 gegründete ‚Mesa Técnica de Empleadas de Hogar‘, um die Lage in einem zu 93% weiblich besetzten Sektor zu verbessern. Zudem wurde die ‚Kommission für Gleichstellung‘ im Rat für Arbeitsbeziehungen der Kanaren ins Leben gerufen, um die Einkommens- und Arbeitsbedingungen von Frauen zu analysieren und Verbesserungen zu erzielen. Darüber hinaus gibt es Förderprogramme des kanarischen Arbeitsamtes, die die Beschäftigung von Frauen unterstützen, indem sie finanzielle Anreize für weibliche Neueinstellungen bieten. Das Projekt ‚Abriendo Puertas, Abriendo Oportunidades‘ richtet sich an Frauen in prekären Situationen und setzt auf kollektive Verhandlungen als beste Methode zur Lohnverbesserung.

Weiterführende Links: Kanarische Regierung

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