Die Regierung der Kanarischen Inseln arbeitet an einer neuen Gesetzgebung, um den Wohngebrauch in touristischen Gebieten besser zu regulieren. Die Wohnnutzung in diesen Zonen ist ein zentrales Thema, das unter der Federführung von Jéssica de León mit starker Einbindung der Kommunen entwickelt wird. Ziel ist es, eine Balance zwischen touristischer Nutzung und den Bedürfnissen der Einwohner zu schaffen.
Tourismusgesetz in Überarbeitung
Kooperation mit Gemeinden
Die Regierung der Kanarischen Inseln, vertreten durch die Rätin für Tourismus und Beschäftigung, Jéssica de León, arbeitet an der Entwicklung neuer Regelungen für die Nutzung von Wohnraum in touristischen Gebieten. Die Zusammenarbeit mit den Kommunen ist hierbei entscheidend, da sie für die städtebauliche Planung zuständig sind. De León betonte im regionalen Parlament die Notwendigkeit eines harmonischen Dialogs zwischen den verschiedenen Verwaltungsinstanzen, um eine Lösung zu finden, die den rechtlichen Status quo der Bewohner in diesen Gebieten berücksichtigt. Dies betrifft insbesondere die Eigentümer, die ihre Wohnungen dauerhaft zu Wohnzwecken nutzen. Die geplante Gesetzgebung soll sicherstellen, dass die Interessen der Anwohner gewahrt bleiben, während gleichzeitig die touristische Attraktivität der Region erhalten bleibt. Dies erfordert eine sorgfältige Abwägung der unterschiedlichen Interessen und eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten.
Bedürfnisse der Einwohner
Ziel der geplanten Gesetzesänderung ist es, den Bedürfnissen der Einwohner Rechnung zu tragen, die dauerhaft in touristischen Apartmentkomplexen wohnen. Die Frage der dauerhaften Wohnnutzung hat seit Jahrzehnten eine wichtige Rolle in den touristischen Anlagen der Inseln gespielt. De León wies darauf hin, dass die neue Regelung Eigentümern, die den Wohngebrauch ihrer Immobilien gefestigt haben, die Möglichkeit geben wird, sich von der touristischen Nutzung auszunehmen. Gleichzeitig wird die neue Gesetzgebung auch Aspekte wie Ferienwohnungen in touristischen Gebieten ansprechen. Der Anerkennungsprozess dieser Wohnnutzung wird unter Berücksichtigung der städtischen Planung umgesetzt. Diese Maßnahmen sollen sicherstellen, dass die Lebensqualität der Einwohner nicht beeinträchtigt wird und dass sie weiterhin in ihren gewohnten Umgebungen leben können, ohne durch touristische Aktivitäten gestört zu werden.
Auswirkung auf Tourismus-Politik
Die geplante Gesetzesinitiative wird zur Vereinheitlichung der bestehenden Regelungen dienen. Durch die Vereinigung der Gesetzesvorlagen zur Tourismusordnung (Gesetz 7/1995) und zur Renovierung des Tourismussektors (Gesetz 2/2013) soll ein umfassendes Regelwerk entstehen. Dieses wird nicht nur auf die Erneuerung touristischer Einrichtungen abzielen, sondern auch auf Nachhaltigkeit, Angebotsqualität und die Bodenordnung gerichtet sein. So soll die Koexistenz zwischen touristischer Aktivität und der Lebensqualität der Einwohner gefördert werden. Jéssica de León betonte die Bereitschaft, die bestehenden Gesetze zugunsten der Anwohner anzupassen. Die neuen Regelungen sollen auch dazu beitragen, den Tourismus nachhaltiger zu gestalten und die natürlichen Ressourcen der Inseln zu schonen, was langfristig sowohl den Einwohnern als auch den Besuchern zugutekommt.
Öffentliche Konsultation
Bereits im Juli 2025 wurde eine öffentliche Konsultation eröffnet, um die Meinungen und Vorschläge der Bevölkerung zur geplanten Gesetzgebung einzuholen. Unterstützt wurde dieser Prozess durch fünf Arbeitsgruppen, die in Zusammenarbeit mit den beiden öffentlichen Universitäten der Kanarischen Inseln organisiert wurden. Die Rektoren und Fachleute aus verschiedenen Disziplinen sammelten insgesamt 705 Beiträge, um die Herausforderungen im touristischen und urbanen Bereich besser zu reflektieren. Diese Konsultation stellt einen wichtigen Schritt dar, um die zukünftige Gesetzgebung eng an den Bedürfnissen und Erwartungen der Bewohner und Akteure des Tourismussektors auszurichten. Die gesammelten Beiträge werden nun ausgewertet und in die endgültige Fassung der Gesetzgebung einfließen, um eine möglichst breite Akzeptanz und Wirksamkeit zu gewährleisten.
Weiterführende Links: Regierung der Kanarischen Inseln, Gesetz 7/1995, Gesetz 2/2013
Mehr zum Thema: Alle Artikel zu Politik


