Der Vizeconsejero für Tourismus, José Manuel Sanabria, setzt sich im Europaparlament für eine verstärkte Berücksichtigung der Bedürfnisse der kanarischen Inselbewohner in den europäischen Tourismuspolitiken ein. Dabei betont er die Notwendigkeit einer nachhaltigen Infrastruktur zur Unterstützung der Inselregionen. Die Kanaren, als bedeutende Tourismusdestination, sehen sich besonderen Herausforderungen gegenüber, die durch europäische Umweltmaßnahmen und ungleiche Wettbewerbsbedingungen verstärkt werden. Sanabria fordert daher ein verbessertes Tourismuskonzept, das die Lebensqualität der Inselbewohner sichert und gleichzeitig den wirtschaftlichen Fortschritt fördert.
Erhalt der Lebensqualität im Fokus
Parlamentarische Initiative
Im Verlauf einer Sitzung der Transport- und Tourismusausschüsse des Europäischen Parlaments machte José Manuel Sanabria, der Vizeconsejero für Tourismus der Kanarischen Inseln, auf die besonderen Herausforderungen der Regionen in äußerster Randlage aufmerksam. Er betonte die Notwendigkeit, die besonderen Bedürfnisse dieser Regionen in den europäischen Transport- und Tourismuspolitiken anzuerkennen, insbesondere was die Bedeutung der Luft- und Seeverkehrsverbindungen als essenzielle Infrastruktur betrifft. Sanabria plädierte dafür, diese Aspekte in den überarbeiteten europäischen Richtlinien zu berücksichtigen, um den wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt der Inseln zu gewährleisten. Gleichzeitig hob er die Bedeutung von Ausnahmeregelungen für diese Regionen im Rahmen des EU-Emissionshandelssystems (ETS) hervor und sprach sich für öffentliche Fördermaßnahmen für neue Flugverbindungen aus. Diese Initiativen sollen dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit der Kanaren im globalen Tourismusmarkt zu stärken und die Lebensqualität der Bewohner zu sichern.
Herausforderung durch Umweltmaßnahmen
In seiner Ansprache im Europäischen Parlament warnte Sanabria vor den potenziellen negativen Auswirkungen bestimmter europäischer Umweltmaßnahmen auf die konkurrenzfähige Position der Kanarischen Inseln im globalen Tourismussektor. Ohne die Verfügbarkeit nachhaltiger Treibstoffe könnte das ETS für die Inseln wie eine einseitige Belastung wirken. Sanabria führte an, dass der Wettbewerb zwischen den Fluggesellschaften künftig durch die zusätzlichen Kosten beeinflusst werden könnte, die durch Maßnahmen wie die ETS entstehen. Darüber hinaus verwies er auf die ungleiche Kostenverteilung bei maritimen Transporten, bei denen europäische Häfen die vollen Emissionskosten tragen, während bei außereuropäischen Verbindungen diese Last geringer sei. Diese Unterschiede könnten zur Verlagerung des Verkehrs auf andere Häfen und somit zu Nachteilen für die europäische Wirtschaft führen. Sanabria betonte, dass eine ausgewogene Politik erforderlich sei, um die wirtschaftlichen Interessen der Kanaren zu schützen und gleichzeitig die Umweltziele der EU zu erreichen.
Gleiche Wettbewerbsbedingungen einfordern
Sanabria forderte im Parlament mehr gleiche Wettbewerbsbedingungen für europäische Regionen, insbesondere für die peripheren Gebiete, die oft mit einzigartigen geografischen Herausforderungen konfrontiert sind. Ohne eine faire Berücksichtigung ihrer speziellen Gegebenheiten könnten die ökonomischen und sozialen Strukturen der Kanaren erheblich leiden. Er stellte klar, dass die gleichen Regeln in diesen unterschiedlichen Kontexten nicht immer die besten Lösungen bieten. Kanaren als europäische Inseln seien ein wichtiger Bestandteil des kulturellen und wirtschaftlichen Erbes Europas und sollten nicht durch pauschale Regelungen benachteiligt werden im Vergleich zu Drittstaaten. Er plädierte für eine verstärkte Unterstützung von politischem Engagement, das auf die Bedürfnisse von Insulanern eingeht, um deren Lebensqualität langfristig zu sichern. Diese Forderungen zielen darauf ab, die Wettbewerbsfähigkeit der Kanaren zu stärken und gleichzeitig die kulturelle Identität der Inseln zu bewahren.
Zukunft des Tourismus auf den Kanaren
Mit einem klaren Appell sprach sich der Vizeconsejero José Manuel Sanabria für zukunftsorientierte Tourismusstrategien aus, die die Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung im Blick behalten. Er unterstrich die Rolle des Tourismus als Motor für Wachstum und soziale Kohäsion, der allerdings auch die Wohnqualität und das kulturelle Erbe der Einwohner respektieren müsse. Darüber hinaus betonte er die Wichtigkeit eines wandlungsfähigen Tourismusmodells, das die Ökosysteme regeneriert und die Belastungen auf die regionalen Ressourcen minimiert. Sanabria plädierte für eine stärkere Mitwirkung der regionalen und lokalen Verwaltungen bei der Gestaltung der europäischen Tourismuspolitik, um echten Multilevel-Governance zu fördern. Die europäischen Entscheidungsträger sollten die Besonderheiten der Regionen in äußerster Randlage berücksichtigen, um die Balance zwischen Wachstum und Nachhaltigkeit zu bewahren. Diese Ansätze sollen sicherstellen, dass der Tourismus auf den Kanaren nicht nur wirtschaftlich erfolgreich ist, sondern auch zur Lebensqualität der Bewohner beiträgt.
Weiterführende Links: Kanarische Regierung, Europäisches Parlament
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