StartITB BerlinKanaren Tourismus: Deutschland bleibt Schlüsselmarkt

Kanaren Tourismus: Deutschland bleibt Schlüsselmarkt

Der Kanaren Tourismus bleibt eng mit Deutschland verbunden. Auf der ITB Berlin erklärte Regionalrätin für Tourismus und Beschäftigung der Kanarischen Regierung, Jessica De León, im Interview mit Radio Sol FM warum deutsche Gäste weiterhin entscheidend für die Inseln sind.

Kanaren Tourismus und deutsche Gäste

Tourismus als stabiler Jobmotor

Kanaren Tourismus und deutsche GästeDer Kanaren Tourismus bleibt eine zentrale Stütze der Wirtschaft des Archipels. Aktuell sind rund 146.000 Menschen auf den Inseln arbeitslos. Dennoch zeigt sich eine positive Entwicklung. Im vergangenen Monat sank die Arbeitslosigkeit auf den Kanaren. Gleichzeitig stieg sie im übrigen Spanien. Daher spricht Regionalrätin Jessica De León von einem klaren Signal. Besonders wichtig ist der Rückgang der Langzeitarbeitslosigkeit. Genau auf diese Gruppe konzentriert sich die Regierung seit Beginn der Legislaturperiode. Der Tourismus wirkt dabei weit über Hotels hinaus. Er beeinflusst Bauwirtschaft, Landwirtschaft und Handel. Auch zahlreiche Dienstleistungen profitieren von den Gästen. Deshalb bleibt der Sektor der wichtigste Beschäftigungsmotor der Inseln. Darüber hinaus stärkt er regionale Wertschöpfung und Investitionen. Viele Arbeitsplätze hängen indirekt vom Tourismus ab. Gleichzeitig stabilisieren Besucherzahlen auch kleine lokale Betriebe. Somit zeigt sich erneut die enorme wirtschaftliche Bedeutung des Kanaren Tourismus. Gerade internationale Märkte spielen dabei eine wichtige Rolle. Vor allem Deutschland gehört traditionell zu den wichtigsten Herkunftsländern für Urlauber auf dem Archipel.

Herausforderungen im deutschen Markt

Kanaren Tourismus und deutsche GästeTrotz stabiler Nachfrage steht der Kanaren Tourismus vor neuen Herausforderungen im deutschen Markt. Laut Jessica De León zeigen sich erste Ermüdungserscheinungen. Mehrere Faktoren spielen dabei eine Rolle. Erstens wurden einige Flugverbindungen reduziert oder umstrukturiert. Besonders der Rückzug von Ryanair und Änderungen bei Condor beeinflussen Kapazitäten. Zweitens belastet die wirtschaftliche Lage in Deutschland das Reiseverhalten. Seit Jahren prägen Unsicherheit und zurückhaltender Konsum die Wirtschaft. Dadurch planen viele Urlauber ihre Reisen später. Frühbuchungen werden zunehmend durch Last-Minute-Entscheidungen ersetzt. Drittens hat sich auch die Preiswahrnehmung verändert. Einige Hotels auf den Kanaren haben ihre Preise deutlich erhöht. Dadurch entstehen Spannungen mit deutschen Reiseveranstaltern. Gleichzeitig kaufen britische Anbieter teilweise größere Kontingente zu anderen Konditionen. In der Folge verlagern deutsche Veranstalter gelegentlich Angebote in günstigere Destinationen. Dennoch betont De León einen wichtigen Punkt. Die Kanaren seien bewusst kein Billigziel. Vielmehr positioniere sich das Archipel als qualitativ hochwertige europäische Urlaubsdestination mit stabilen Standards.

Qualität statt Billigdestination

Jessica De León widerspricht deutlich der häufigen Kritik an angeblich zu hohen Preisen. Ihrer Ansicht nach wird der Kanaren Tourismus oft falsch bewertet. Die Inseln seien kein Billigziel und wollten es auch nicht sein. Auf der ITB Berlin veranschaulichte sie dies mit einem einfachen Vergleich. Ein Milchkaffee auf dem Messegelände kostet etwa fünf Euro. Auf den Kanaren zahlt man in einer Bar durchschnittlich nur rund zwei Euro. Dieses Beispiel zeigt laut De León die verzerrte Wahrnehmung. Urlauber erhalten auf den Inseln ein gutes Verhältnis von Preis und Leistung. Hinzu kommen Servicequalität und touristische Erfahrung. Außerdem profitieren Gäste von europäischer Infrastruktur und Rechtssicherheit. Ebenso wichtig sind Gesundheitsversorgung und Sicherheitsstandards. Ein weiterer Vorteil bleibt die relativ kurze Flugzeit von etwa fünf Stunden. Deshalb sollten die Kanaren nicht nur über den niedrigsten Preis bewertet werden. Vielmehr handelt es sich um ein gereiftes Tourismusprodukt. Qualität, Stabilität und Service stehen im Mittelpunkt. Genau diese Faktoren sichern langfristig die Wettbewerbsfähigkeit des Kanaren Tourismus.

Treue deutscher Urlauber in Zahlen

Die Bindung deutscher Urlauber an die Inseln ist außergewöhnlich stark. Im Kanaren Tourismus zeigen dies mehrere Kennzahlen. Rund 70 Prozent der deutschen Gäste werden nach ihrem ersten Aufenthalt zu Wiederholungsurlaubern. Noch beeindruckender ist eine weitere Statistik. Etwa 20 Prozent der Besucher waren bereits mehr als zwanzig Mal auf den Inseln. Solche Werte sind im europäischen Tourismus selten. Für viele deutsche Familien gehören die Kanaren zum festen Lebenslauf. Eltern reisten früher mit ihren eigenen Eltern auf die Inseln. Später besuchen sie die gleichen Orte mit ihren Kindern und Enkeln. Häufig kehren sie sogar in dieselben Hotels zurück. Diese emotionale Verbindung stärkt die langfristige Stabilität des Marktes. Ein Beispiel ist Holger Ziechert. Er wurde als besonders treuer Stammgast auf Fuerteventura ausgezeichnet. Laut De León steht er stellvertretend für viele ähnliche Geschichten. Gleichzeitig zeigen auch wirtschaftliche Daten die Bedeutung deutscher Gäste. Durchschnittlich geben sie rund 1.680 Euro pro Reise aus. Zudem bleiben sie etwa 9,3 Nächte auf den Inseln.

Zukunft des Kanaren Tourismus

Trotz globaler Unsicherheiten blickt die Regionalrätin vorsichtig optimistisch nach vorn. Im Jahr 2025 besuchten rund 2,8 Millionen deutsche Gäste die Kanaren. Damit bleibt Deutschland einer der wichtigsten Märkte. Allerdings gibt es für den Sommer leichte Kapazitätsreduzierungen im Flugverkehr. Gründe sind Flottenumstellungen und strategische Entscheidungen einiger Airlines. Dennoch zeigt sich für die Wintersaison ein positiver Trend. Die geplanten Flugkapazitäten liegen etwa fünf bis sechs Prozent über dem Vorjahr. Traditionell ist der Winter die stärkste Zeit für den Kanaren Tourismus. Wenn es in Mitteleuropa kalt und dunkel wird, suchen viele Reisende Sonne. Genau hier punkten die Inseln mit mildem Klima. Zusätzlich bieten sie politische Stabilität und moderne Infrastruktur. In geopolitischen Krisenzeiten gelten sie oft als sicherer Zufluchtsort. Trotzdem warnt De León vor falscher Sicherheit. Steigende Energiepreise oder internationale Konflikte könnten auch die Inseln belasten. Deshalb müsse Politik gemeinsam mit der Branche handeln. Ziel bleibt eine stabile Preis-Leistungs-Balance und ein dauerhaft hochwertiges touristisches Angebot.

weiterführende Links: https://www.itb.com, https://www.hellocanaryislands.com, radio-solfm.com

Ingo Töpfer
Ingo Töpfer
Mein Name ist Ingo und ich bin der Headman von Fuerteventura.News und Radio Sol FM Ftv. , also Chef-Redakteur, Chef-Reporter, Chef-Techniker, Chef-Programmierer und verantwortlich für alles, was mit diesen Seiten zu tun hat. Weitere Berufsbezeichnungen könnten auch sein: Mädchen für alles, Direktor, Herausgeber und was euch sonst noch so einfällt. Die Hauptsache ist, dass euch die Informationen die wir hier zusammentragen hilfreich erscheinen mögen.
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