Die Gemeinde Pájara wirbt auf dem World Travel Market (WTM) in London um britische Gäste und neue Märkte. Tourismus-Gemeinderätin Tina Da Silva spricht im Interview mit Radio Sol FM über weniger Linienflüge, Charterflüge für Kurzentschlossene, das Potenzial Kanadas und zügigere Verfahren für Investitionen.
Pájara setzt auf britische Gäste und neue Märkte

Weltweite Konflikte, die Sorge vor Rezessionen und immer kurzfristigere Buchungen machten Werbung unverzichtbar, so Da Silva. Pájara setze dabei auf seine Hotelketten und seine Geschäftsleute.
Drei Prozent weniger Linienflüge
Bei den Linienflügen verliere Pájara derzeit rund 3 Prozent an Verbindungen, weil Urlauber nicht mehr so früh buchten wie früher. Diesen Rückgang wolle man über Charterflüge für Last-Minute-Gäste wieder auffangen. Der Inlandstourismus wachse, im kommenden Jahr kämen voraussichtlich mehr Spanier. Euphorisch sei man deshalb aber nicht, man müsse weiterarbeiten.
Nach Angaben der Gemeinderätin hat Pájara die meisten Hotelbetten auf Fuerteventura und die längste durchschnittliche Aufenthaltsdauer aller Gemeinden Spaniens, nämlich neun Tage.
Kanada als neuer Markt
Kanada hält Da Silva für einen sehr interessanten Markt. Entscheidend seien Flugverbindungen. Wer heute aus Kanada nach Fuerteventura reise, müsse auf Hin- und Rückweg in Madrid übernachten und komme mit Jetlag an. Werde an der Anbindung gearbeitet, könne Fuerteventura auch von Gästen aus anderen Teilen Amerikas profitieren, die bisher in die Karibik reisten. Wenn die Amerikaner Fuerteventura entdeckten, müsse sich die Karibik hinten anstellen.
Zügigere Verfahren für Investitionen
Von den Verwaltungen wünscht sich Da Silva schnellere Verfahren. Wer investieren wolle, brauche zügige Entscheidungen, Genehmigungsanträge zögen sich aber oft über Wochen und Monate. Es gehe nicht darum, etwas zu verschenken oder Genehmigungen zu erteilen, die nicht zustehen, sondern darum, Investitionen zu erleichtern. Davon profitierten am Ende die Gemeinde und ihre Einwohner. In Pájara seien 85 bis 90 Prozent der Hotelanlagen frisch renoviert, die Betriebe hätten dafür viel Geld in die Hand genommen.
Handlungsbedarf sieht die Gemeinderätin auch bei der Infrastruktur, etwa bei der seit Langem erwarteten Nord-Süd-Schnellstraße sowie bei Reinigung, Grünanlagen, Gehwegen und Wasser.
Barrierefreiheit
Bei der Barrierefreiheit, einem der Schwerpunkte der diesjährigen WTM, sieht Da Silva noch Nachholbedarf. Viele Hotels folgten älteren Vorschriften, weil sie nicht umgebaut worden seien. Die Straßen aber müssten barrierefrei sein.
Weiterführende Links: WTM London
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