Das Cabildo von Fuerteventura hat beim spanischen Ministerium MITECO den Ausschluss von Meereszonen für geplante Offshore-Windparks beantragt. Dies geschieht im Rahmen einer öffentlichen Konsultation zu einem Entwurf, der Spaniens ersten Windkraftwettbewerb regeln soll.
Einwände gegen geplante Offshore-Windparks
Kritik an Umweltverträglichkeit
Die Inselverwaltung von Fuerteventura befürchtet massive ökologische, landschaftliche und sozioökonomische Auswirkungen durch die geplante Offshore-Windkraft. Laut der Präsidentin des Cabildos, Lola García, sei die Insel zwar für die Energiewende, jedoch nicht um jeden Preis. Für Fuerteventura, mit seiner fragilen Landschaft, müsse das Prinzip der Vorsicht gelten, so García weiter. Es fehlten bislang klare Begründungen und ein gesellschaftlicher Konsens für derart umfangreiche Bauprojekte. Die Inselregierung fordert daher eine umfassende Prüfung der Umweltverträglichkeit, um sicherzustellen, dass die natürlichen Ressourcen der Insel nicht gefährdet werden. Nur so könne eine nachhaltige Entwicklung gewährleistet werden.
Mangel an Beteiligung und Planung der Offshore-Windparks
Auch die Inselrätin für Raumplanung, Nereida Calero, äußerte sich besorgt. Sie kritisiert, dass die Abgrenzung der Offshore-Zonen auf vorläufigen Studien basiere, die ohne eine echte Einbeziehung betroffener Sektoren, insbesondere der Fischerei, durchgeführt worden seien. Die Raumplanung des Meeres dürfe nicht ohne Rücksicht auf die betroffenen Personen und die regionale Planung geschehen, betonte sie. Calero fordert eine transparente und inklusive Planung, die die Bedürfnisse der lokalen Gemeinschaften berücksichtigt und sicherstellt, dass alle relevanten Akteure in den Entscheidungsprozess einbezogen werden. Nur so könne eine faire und nachhaltige Lösung gefunden werden, die allen Beteiligten gerecht wird.
Alternative Energiestrategien
Das Cabildo stellt zudem die Notwendigkeit von Offshore-Windkraft in Frage. Sie erinnern daran, dass es technisch sowie ökologisch besser geeignete Alternativen für die Energieversorgung auf der Insel gibt. Autarker Energieverbrauch mit Speicherlösungen und flexiblen Verteilungsnetzen könnte den Anteil erneuerbarer Energien ohne große Infrastruktur steigern. Die Inselregierung betont, dass innovative Technologien und lokale Ressourcen genutzt werden sollten, um eine nachhaltige Energiezukunft zu gewährleisten, die sowohl die Umwelt schützt als auch die wirtschaftliche Entwicklung der Insel fördert. Diese Ansätze könnten langfristig effektiver sein und die Insel unabhängiger machen, indem sie auf lokale Gegebenheiten eingehen.
Abwägung öffentlicher Interessen
Die Inselregierung argumentiert, dass der marine Raum öffentliches Gut ist und nicht im Interesse privater Projekte gestaltet werden soll. Bei jedem Offshore-Vorhaben sollte die Zustimmung der lokalen Behörden verpflichtend sein, um soziale Akzeptanz zu gewährleisten. Das Cabildo fordert MITECO auf, die geplanten Flächen vor Fuerteventura vom Ausschreibungsverfahren auszunehmen, um einen inselgerechten und umweltbewussten Übergang zur erneuerbaren Energie zu sichern. Sie betonen, dass die Interessen der Inselbewohner und der Schutz der natürlichen Ressourcen Vorrang haben sollten, um eine nachhaltige Zukunft zu gewährleisten. Diese Prioritäten sind entscheidend, um die Balance zwischen Entwicklung und Umweltschutz zu wahren.
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